Energetische Kurzanalyse

Deckblatt des Berichts zur Gebäudekurzanalyse in der Tiefenerhebung (Quelle: IWU)

In bis zu 1.000 Gebäuden wird eine energetische Kurzanalyse, im Folgenden Tiefenerhebung genannt, vor Ort durchgeführt, sofern Eigentümer ihr Einverständnis dazu geben. Sie dient dazu, den gemessenen Energieverbrauch von Brennstoff/Fernwärme und elektrischer Energie zu erheben, Parameter der energetischen Beschaffenheit der Gebäudehülle und der Effizienz der Anlagentechnik zu ermitteln und den Energiebedarf mit einer vereinfachten Berechnungsmethode zu modellieren. Dazu wird ein ca. 3-stündiges Interview durch einen Fachmann durchgeführt, das mit einer vorbereitenden Auswertung der Grundrisse und Ansichten sowie der Verbrauchsabrechnungen beginnt und eine Begehung des Gebäudes in Begleitung einer ortskundigen Person umfasst.

Ziele der Tiefenerhebung:

  • Erfassung des Energieverbrauchs (Brennstoff/Fernwärme und elektrische Energie) von Nichtwohngebäuden aller Kategorien
  • Erfassung von Merkmalen der energetischen Beschaffenheit von Gebäudehülle und gebäudetechnischen Anlagen sowie der Nutzung
  • Vereinfachte Berechnung des Energiebedarfs und Bildung eines Modells zur Prognose des Verbrauchs von Einzelgebäuden mit zukünftig zu erreichenden Ausprägungen der unabhängigen Variablen
  • Szenarien für den Energieverbrauch des Nichtwohngebäude-Bestands in Deutschland zur Erreichung der Klimaschutzziele

Herausforderungen der Tiefenerhebung:

Die Erhebung von Verbrauchsdaten gestaltet sich im Detail schwierig. Die Zuordnung von Zähleinrichtungen zu Gebäuden ist nicht selten unklar und die notwendigen Bereinigungen erfordern zusätzliche Daten.

Aus Budgetgründen wurde die Dauer einer Tiefenanalyse auf durchschnittlich 3 Stunden angelegt. Es bedarf eines hohen Maßes an Standardisierung und guter Vorbereitung, um die energetischen Merkmale in dieser Zeit strukturiert erfassen zu können. Mit der Teilenergiekennwerte-Methode und der Verbrauchsstrukturanalyse, die am IWU entwickelt wurden, ist das erfahrungsgemäß möglich.

Die Befragung stellt hohe Anforderungen an die Motivation der Eigentümer, um die Qualität der Befragungsergebnisse sicherzustellen. Als kleines Dankeschön für die aufgewendete Zeit und Mühe wird das Ergebnis in einem Kurzbericht (siehe nebenstehende Abbildung) zu den wichtigsten energtischen Merkmalen mit einer Bewertung des Ist-Zustands zusammengefasst und dem Eigentümer übergeben.

In der Pilotphase werden wir testen, wie hoch die Teilnahmebereitschaft bei einer Erhebung von Verbrauchsdaten und detaillierten Merkmalen der energetsichen Beschaffenheit ist und ob die zu erwartende Datenqualität den Aufwand rechtfertigt.

Für die Befragungen im Rahmen der Tiefenerhebung sollen Energieberater eingesetzt werden , die berechtigt sind, nach § 21 EnEV Energieausweise für Nichtwohngebäude zu erstellen, und nachweislich Mindestqualifikationen haben, die sie zur Energieanalyse eines komplexen Nichtwohngebäudes befähigen. IWU sucht dazu die Zusammenarbeit mit den Verbänden der Energieberater in Deutschland.

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